IPTT – Institut für Psychotraumatherapie
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Transgenerationale Traumatisierung

Seminarleiterin:
Heike Gattnar 

Seminarort:
Wien  

Termin:
16./ 17./ 18. Oktober 2020

15./ 16./ 17. April 2021

insgesamt 48 Lern-Einheiten (á 45 Minuten)

Seminarbeitrag:
1.194,00 EUR
(995,00 EUR + 199,00 EUR Ust.)

Anmeldung:
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Teil 1:

Einführung in Somatic Experiencing (SE)â

nach Dr. Peter Levine 

Somatic Experiencing ist ein biologisches Basiskonzept zum Verständnis, zur Prävention und zur Bewältigung von Trauma.

Das Konzept wurde von dem Psychotherapeuten, Biologen und Körpertherapeuten Dr. Peter Levine in den letzten 50 Jahren entwickelt.

SE betrachtet Traumata als die biologisch unvollständige Antwort des Körpers auf eine als lebensbedrohlich erfahrene Situation.

 Wird eine, durch Bedrohung entstandene, hohe Aktivierung nicht wieder abgebaut, werden u.U. Emotionen und Körperempfindungen abgespalten, dissoziiert. Dieses Potential steht dem Traumatisierten nicht mehr voll zur Verfügung. Dieser Verlust kann häufig unbemerkt lange Zeit kompensiert werden. Später aber bilden sich körperliche oder psychische Symptome heraus, die belastend sind  und chronisch werden. Der Organismus kann sich nicht mehr selbst regulieren.

Im SE liegt deshalb ein Hauptaugenmerk auf der Vervollständigung der biologisch unvollständigen Reaktionen und der Wiederherstellung der Fähigkeit zur Selbstregulierung.

Besonderen Wert wird dabei auf  kleine Schritte gelegt, damit es nicht zu einer neuerlichen Überaktivierung und Re-Traumatisierung kommt. Die im Trauma  gebundene Überlebensenergie wird dem physischen und psychischen System nur schrittweise zugeführt. Durch das Abschließen der unvollständigen Prozesse wird es möglich, dass sich die durch das Trauma entstanden Symptome (z.B. Schmerz, Angst, Erschöpfung, Schlafprobleme, Übererregbarkeit, Depression, Erschöpfung, Dissoziation) auflösen.

Teil 2

Das Echo der Vergangenheit und der Ruf des Selbst

Die neurobiologische Forschung und die Psychotherapie erkennen mehr und mehr die Tatsache, dass nicht nur diejenigen Menschen unter posttraumatischer Belastungs-störung leiden, die schwere, lebensbedrohliche Schrecken erfahren haben, sondern auch Personen, die mit ihnen zusammenleben.

Kinder und Enkel tragen oft auf vielfältige Weise die Traumatisierung ihrer Eltern und Großeltern weiter. Etwas, das bei Nachfahren von Holocaust-Opfern und Menschen, die Krieg, Vertreibung, Völkermord und Folter erlebt haben, seit längerem zu beobachten ist. Ein Phänomen, dessen man sich in alten Stammeskulturen bewusst war. Man sah schwere Traumatisierung als ansteckend an und hat starke Rituale entwickelt, um damit umzugehen.

Was diese Weitergabe auch für die ganz ‚alltägliche’ Traumatisierung in Friedenszeiten bedeutet, darüber wird erst in jüngster Zeit nachgedacht. Transgenerationales Trauma hat viele Aspekte, so kann man es als eine frühe Traumatisierung begreifen, als die Folge epigenetischer Veränderungen oder Bindungsstörungen, und manchmal auch als Folge von tiefer Loyalität mit den Wurzeln.

Häufig werden diese ‚ererbten’ Traumatisierungen im therapeutischen Prozess nicht leicht als solche erkannt – weil der Fokus der Therapeutlnnen nicht dort ist. Stattdessen wird nach einer Störung bei den Nachgeborenen selbst gesucht. Deren Probleme jedoch sind nicht lösbar ohne ein Verständnis für das Lied, das Ereignis, dass dem Echo zugrunde liegt, und die Kette der Traumatisierung auslöste.

Durch Demonstrationen und eigenes Üben erhalten die TeilnehmerInnen wertvolle Hinweise und Modelle zur Bewältigung von transgenerationaler Traumatisierung, von frühen Störungen und den Themen Scham und Schuld.

Anmeldung:
Sie können sich auf dem Postweg oder online über unsere Website anmelden. zur Anmeldung